Das Weibliche (oder die unheilige Dreifaltigkeit von C. G. Jung Part 1)

Foto: © (c) Olga Berdikyan

Das Weibliche

(oder die unheilige Dreifaltigkeit von C. G. Jung Part 1)

Weiblichkeit wo bist du? In meinem Körper, in meiner Seele, auf den Blüten der kleinen Blume an meinem Fenster? Woher weiß ich, dass meine Weiblichkeit wirklich da ist und nicht nur eine Vorstellung von dem ist , was sie sein sollte,? Woher weiß ich, dass du es bist, meine persönliche weibliche Kraft und keine sozialisierte Version dessen, was in den Medien zu sehen ist? Wie erkenne ich dich in mir? Ja ich sehne mich danach, mehr von dir zu sein.

Weiblichkeit ist für mich Sensibilität, Empfänglichkeit, Akzeptanz für das was ist, ein Behälter zu sein und ihn zu halten. Weiblichkeit kann auch bedeuten Stand zu halten, mich und meine Familie zu schützen, zu ernähren und zu pflegen, ungesunde Einflüsse abzuwehren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Wenn ich mich wirklich weiblich fühle, entspannen sich meine Schutzmechanismen, lasse ich die Kontrolle los und das Größere Ganze kann durch mich bewegen, dann fühle ich mich wie ein Gefäß.

Viele Frauen, mich eingeschlossen, haben die Suche nach Weiblichkeit durch den Versuch bestimmte Bilder der Unterhaltungs- und Modebranche zu erfüllen oder zu kopieren missverstanden Aber was gibt es sonst noch? Gibt es so etwas wie ein authentisches weibliches Selbst? Eine verkörperte Weiblichkeit, eine kraftvolle, unabhängige und dennoch subtile und aufnahmefähige Art, in meinem weiblichen Körper in dieser Welt zu sein? Eine selbstdefinierte Version von mir, die alle Aspekte von Frau-Sein einschließt? Das Hässliche, das Wilde, das Hübsche, das Süße, das Nährende, das Zicken, das Flüchtige, das Kreative, das Liebende? Und ist Weiblichkeit nicht alles gleichzeitig? Ein oszillierender innerer Zustand und keine modische Aussage?

Die Öffnung für das Weibliche ist nicht auf Frauen beschränkt. Ich begegne vielen Männern auf der Suche nach dem Weiblichen, die ihre aufnahmefähige und pflegende Seite einbeziehen und integrieren. Viele Männer, die tanzen und sich auf dem Weg einer ganzheitlichen Verkörperung befinden, verbinden auf wunderschöne Weise ihre männlichen und weiblichen Qualitäten.

Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr Weiblichkeit, Schönheit und Sensibilität in dieser Welt brauchen, um die Dominanz männlicher Kräfte und deren Missbrauch auszugleichen. Der Ausdruck von Männlichkeit in sich selbst ist überhaupt keine schlechte Sache, aber es geht um das Gleichgewicht. Und um das Zuhören.

C.G. Jung hat ein Konzept der unheiligen Dreieinigkeit definiert, ein Dreieck aus Weiblichkeit, Körper und Schatten. Ein Dreieck im Gegensatz zur heiligen Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Nun, meine völlig unheilige Darstellung dessen, was ich als Dreieck empfinde, basiert auf dem, was ich beim Bewegen und Bezeugen sehe und erlebe. Beim berühren und berührt werden. Beim Zuhören und beim Tun. Die Weiblichkeit ist der erste Teil, die Empfänglichkeit, der Behälter, das Gefäß, die Öffnung und die Blume.