Fotos: © Nadja Meister

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Zeitgenössische
Tanzimprovisation

Die zeitgenössische Tanzimprovisation entstand als Teil der Bewegung „Postmoderner Tanz“ in den 1960er Jahren. Revolutionäre Choreographen und Tänzer erweiterten die Möglichkeiten, in denen sich Tanz als Kunstform darstellen konnte.

 

Das Theater war nicht mehr der einzige Ort an dem Aufführungen stattfinden konnten, sondern jeder Ort. Straße, Garage, Wald, Dach, oder Studio wurden zu Plätzen, um sich ausdrücken zu können. Es wurden nicht mehr klassische Geschlechterrollen verwendet, die Frau war dem Mann gleichgestellt, konnte auch Männer heben und oft waren Kostüme einheitlich.

 

Mittlerweile hat sich die Zeitgenössische Tanzimprovisation als eigenständige Kunstform etabliert und wird oft als „Instant Composition“ bezeichnet. Ziel ist, sich dem Moment hinzugeben, ohne oder nur mit wenigen Vorgaben mit den Elementen des Tanzes zu spielen, auszuwählen und im „freien Fall“ zu gestalten.

 

Improvisationsscores sind Strukturen, mit deren Hilfe verschiedene Themen kanalisiert werden oder ein Fokus gesetzt wird.

Die Elemente des Tanzes sind:

  • Raum: Platz, Fortbewegung (laufen, gehen, hüpfen etc.), Richtung, Ebenen, innere/äußerer Raum, öffentliche/ privat, Nähe/Distanz, Wege
  • Zeit: gemessene/ ungemessene Zeit, Rhythmus (2/4, ¾ etc.), gefühlte Zeit, Tempo, Crescendo/ Descrescendo, Musik live/ aufgenommen, Stille, Stimme
  • Körper: Körperteile, innere/kines/äußere Sphäre, Körpersysteme (Gelenke, Muskeln, Knochen, Organe etc.), Berührungsqualitäten, geöffnete/geschlossene Augen/ peripher Vision
  • Kraft: perkussiv, schwingend, angehalten,vibrierend

 

Diese Elemente können beliebig miteinander kombiniert werden und stellen die Basis für ein differenzierte Bewegungsvokabular dar.